(C) MGV Eintracht-Liederkranz letztes Update: 13.12.2015

 

Home

MGV Eintracht-Liederkranz 1874 e. V. Obertiefenbach

Weilburger Tageblatt am 23.03.2016:                                                                                                                        von Andreas Müller

Mit Freude Frühling herbeisingen

Nachwuchschor begeistert bei Konzert in Obertiefenbach / Kipping verabschiedet
 

Dem MGV "Eintracht-Liederkranz" Obertiefenbach um Chorleiter Hubertus Weimar und Vorsitzenden Christoph Heep gelingt es immer wieder, brillante Gastchöre nach Obertiefenbach zu locken. So auch zum Frühjahrskonzert.

Der Landesjugendchor Hessen besteht seit Herbst 2008. Unter der musikalischen Leitung der beiden Chorleiter Jürgen Faßbender und Axel Pfeiffer singen in diesem Auswahlchor die besten Sängerinnen und Sänger Hessens im Alter von 16 bis 27 Jahren. Einen grandiosen Auftritt zeigten die 40 jungen Choristen im voll besetzten Bürgerhaus in Obertiefenbach. Den ersten Teil begannen sie mit zwei Stücken der Romantik, der "Nachtwache II" von Johannes Brahms und dem ruhigen "Herr, schicke was du willst" von Max Bruch. Es zeigte sich, mit welch hochkarätigem stimmlichen Potenzial der junge Chor ausgestattet ist.

Nach Spanien entführte das "Laudate Dominum" von Josep Vila. Beeindruckend beschreibt Rudolf Mauersberger in seinem Stück "Wie liegt die Stadt so wüst" die Zerstörung der Stadt Dresden. Das Stück wurde 1945 in den Ruinen der Kreuzkirche uraufgeführt.

Abschied feierte Chorleiter Christoph Kipping, der elf Jahre den Kinder- und Jugendchor "El Kichoro" Obertiefenbach geleitet hatte und den Dirigentenstab im Februar an den jungen Chorleiter Jonas van Baaijen übergeben hatte. Mit "Barbara Ann" von den Beach Boys zeigte Kipping noch einmal, wie gut die 23 Sängerinnen und Sänger der beiden Chorgruppen miteinander harmonieren. Neun Kinder ab fünf Jahren singen in der Chorgruppe 1, 14 bei den Älteren, darunter immerhin sechs Jungs. Jonas van Baaijen besang mit den Kleinen sehr lustig einen "Hai" mit Blubb-Blubb-Geräuschen.

In den Auftritt des Männerchores unter der Leitung von Hubertus Weimer waren auch Ehrungen eingebunden. So sprach der Vorsitzende Christoph Heep dem Sänger Paul Bausch ein Dankeschön für 40 Jahre aktives Singen aus. Der Präsident des Hessischen Sängerbundes, Claus-Peter Blaschke, ehrte gemeinsam mit Andrea Brühl vom Vorstand des Sängerkreises Limburg Gerhard Voss für zehn Jahre im Amt des Vorsitzenden des Sängerkreises.


Die Sänger des Eintracht-Liederkranz überzeugten mit stimmlich sehr ausgewogenem Chorgesang. Traditionelle deutsche Chormusik zeigten sie souverän mit Stücken von Mendelssohn-Bartholdy und Friedrich Silcher. Der Chor und sein Chorleiter harmonierten. Als Solisten glänzten gleich mehrfach Christoph und Stefan Heep, sowohl im stimmungsvollen "Ubi Caritas" von Ola Gjeilo als auch bei "Ride the Chariot" von Rudolf Desch. Bei "I Want to Go to Heaven" von Winfried Siegler-Legel sang außer Stefan Heep auch Jens Pitton mit wunderschöner Bartion-Stimme ein Solo. Fast andächtig beendeten die Männer ihren Auftritt mit "Schöne Nacht".
 


Einen nicht geplanten Auftritt hatte der 20-jährige Mohammed Deeb aus Syrien, der seit vier Monaten in Deutschland ist und in Gaudernbach wohnt. Er war mit fünf weiteren Syrern zum zweiten Mal in einem Chorkonzert und wollte sich auf diesem Weg für die Aufnahme in Deutschland bedanken. "Ich wünsche, dass die Chancen, mit euch zu leben, gut sind - trotz der unterschiedlichen Religionen, Bräuche und Traditionen", sagte er.

Munter und beschwingt ging es im zweiten Auftritt des Landesjugendchores zu. In "Roslagsvar" von Hugo Alfven besangen sie den schwedischen Frühling und Jürgen Faßbender tanzte dazu. Im Phil-Collins-Hit "Another Day in Paradise" glänzte Gero Bachon als Solist. Dass deutsche Pop-Musik als Chorsatz gut klingen kann, bewiesen sie dynamisch und mit ausgefeilter Sprache mit "Himmel auf" der deutschen Gruppe Silbermond.

Der Knaller zum Schluss des Konzertes war dann der Hit "Music Was My First Love" von John Miles, ebenfalls in einem Arrangement von Oliver Gies. Mit dem Verklingen des letzten Tones konnte man förmlich die Anspannung aus den Gesichtern der jungen Sängerinnen und Sänger weichen sehen und bei lang anhaltendem Schluss-Applaus machte sich überall dankbares Lächeln breit.